Meine Männer

Ich weiß nicht mit wie vielen Männern ich in meinem Leben schon in die Kiste gestiegen bin. Aber in den beiden Jahren zwischen der Trennung von meiner Frau und dem kennenlernen meines jetzigen Lebensgefährten, hatte ich nahezu jeden Tag einen anderen Kerl in der Kiste. In dieser Zeit hatte ich auch so eine Art Tagebuch geführt, so dass ich zumindest für diese Zeit mein Sexleben einigermaßen noch nachverfolgen kann. Alleine in diesen beiden Jahren gab es so ca. 500 Dates. Ich bin nicht unbedingt stolz darauf, kam mir damals auch wie eine männliche Schlampe vor. Im nachhinein denke ich eher, dass es nur eine form von krampfhafter Suche nach Liebe war.

Sicherlich nicht der beste Weg, aber es war mein Weg und schließendlich hat er ja auch zum Erfolg geführt. Denn auf die gleiche weise hatte ich ja meinen jetzigen Partner kennen gelernt. Wie schon an anderer Stelle beschrieben, lernte ich diese Männer fast ohne Ausnahme im AOL-Chat-Raum “Gay 11” kennen. Heute, obwohl nur ein paar Jahre später, unvorstellbar. Wir waren dort so etwa 10 Kerle unterschiedlichen Alters und aus der ganzen BRD die sich in diesem besagten Raum täglich trafen. Wir nannten uns nicht nur „Familie„ , wir fühlten uns auch so. Als einer von uns einen runden Geburtstag feierte, lud er uns alle ein und einige kamen auch, natürlich gehörte ich auch zu diesen. Andere aus dieser Familie lernten wir bei anderer Gelegenheit persönlich kennen. Wir kannten uns zwar nicht alle persönlich, aber jeder von uns kannte doch den einen oder anderen, oder auch mehrere von uns persönlich.

Natürlich ging es wie bei allen Männern auch bei uns um Sex, aber das war nicht das einzigste Thema was uns beschäftigte. Jeder von uns spielte im Chatraum seine eigene Rolle , es gab da den Prinzen, den Hexer, den Schönling, den Gnom, den Geistlichen und einige andere Rollen. Ich spielte unter dem Nicknamen “JonnyVulkaneifel” mit der Zeit wohl die Schlampe aus der Eifel . Jeder hatte sich so richtig in seine Rolle hineingespielt. Der Prinz hatte zwar kein Schloß aber eine Pension mit mehreren Zimmern und wenn er zB. während des Chattens mal aufs Klo mußte, so sagte er das in etwa mit den Worten, dass er jetzt mal durch den Westflügel in den blauen Saloon müsse. Der Hexer hatte Tricks drauf, die einen in erstaunen versetzten und so spielte jeder seine Rolle, ich erzählte halt dabei von meinen Sexabenteuern. Natürlich war die Familie nicht die einzigen die diesen Raum besuchten. Im “Gay11” war immer was los, was sich natürlich schnell herumgesprochen hat und so war der Raum ständig voll, so dass Familienmitglieder oft selbst nicht hineinkamen, aber dafür hatten wir ja den Hexer der immer Triocks auf Lager hatte. Wir warfen zB. Hyperlinks in den Raum, wenn die jemand anklickte, wurde er sofort aus AOL hinausgeworfen. Diesen Link hat AOL zwischenzeitlich “abgeschwächt” , heute erscheint bei diesem Link ein neues Fenster wo nachgefragt wird, ob man auch wirklich AOL verlassen wolle. Außerdem hatte der ein oder andere von uns auch gute Kontakte zu einigen Lotsen.

Unsere Rollen haben wir wohl ziemlich perfekt gespielt, um so mehr ich von meinem Sexleben erzählte, um so mehr Kerle meldeten sich, die diese Schlampe auch mal kennen lernen wollten. Im Gegensatz zu den heutigen AOL-Chaträumen war es meist sehr stressig im „Gay11“, aber es war eine schöne Art von Stress. So schnell konnte man kaum lesen, soviel hatten wir uns immer zu sagen, es war auch nicht nur die „Familie“, die etwas zu sagen wusste. Denn die Themen die wir so drauf hatten waren meist für alle interessant. Natürlich gabs auch damals hin und wieder mal einen Quertreiber im Raum, aber solche Spinner hatten gegen die große „Familie“ keine Chancen und waren immer schnell ruhig gestellt. Wir Familienmitglieder hatten ja nebenher auch noch private Teles untereinander und von den meisten hatten wir auch die Telefonnummern. So kam es also auch öfters mal vor, dass wir uns gegenseitig um Hilfe baten, damit diese dann den etwas fragwürdigen Kandidaten hinterfragten.

Im Raum Gay11 konnte man dann gleichzeitig Kommentare wie diesen lesen:

  • Jonny: Prinz, hast mal wieder einen deiner Jets ausgeliehen?
  • Prinz:         Wieso?
  • Jonny:        Naja, der xxxxxx will mich gleich besuchen, hat aber vorher noch ein Date beim Gnom in Hamburg
  • Hexer:      Jonny, der wird sich etwas verspäten, der macht nämlich noch Zwischenlandung bei mir in Berlin.
  • Sweety:        mal wieder typisch, konntest nicht deinen heli ausleihen, so geh ich mal wieder leer aus, weil keine landemöglichkeit hier ist.
  • Hexer:       hoffentlich war der Jet gut versichert, xxxxx hatte grad nen Absturz (er hatte den falschen Link angeklickt)

In der Regel waren dann solche Spinner ziemlich schnell verschwunden.

Szenen wie diese hatten also kaum Chancen sich lange im Raum aufzuhalten.

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Die Mehrzahl der Chatter in unserem Raum waren also ganz nette Kerle und wie schon am Anfang gesagt, lernte ich ja sehr viele davon persönlich auch in der Kiste kennen.

Einige davon möchte ich auf den nachfolgenden Seiten mal vorstellen, bzw. beschreiben was ich mit denen so erlebt habe.

Alle Namen, Orte oder ähnliches was eindeutig auf die betreffende Person zurückzuführen ist, habe ich allerdings umgeändert. Denn ich weiß nicht immer ob sie geoutet waren, viele waren ja auch verheiratet und nicht geoutet und ich möchte hier keinen in Verlegenheit bringen.

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Serge, ein 30jähriger Russe aus der Nähe von Koblenz hatte mich im Chatraum angetickert. Er war verheiratet und hatte noch nie Sex mit einem Mann, wollte das nun ändern.

Ich weiß nicht mehr genau wann es war, aber es war im Sommer 1999.

Serge war wohl schon einige Jahre in Deutschland aber sein Deutsch war trotzdem noch nicht das beste, zumindest was das Reden betrifft, sein Schreibstyl dagegen war nahezu fehlerfrei.

Seine Frau verbrachte mit den beiden Kindern jedes Jahr ihren Urlaub bei den Verwandten in Moskau.

Als er das erste mal zu mir kam, blieb er auch gleich über Nacht. Er war ein sehr gut aussehender, gut bemuskelter Kerl. Alles an ihm war gut gebaut und ich kam nicht daran vorbei ihm zu sagen, dass ich bisher noch nie einen so geilen Körper in meiner Kiste hatte. Und ich konnte nicht glauben, dass ich angeblich der erste Mann in seinem Leben war. Ich war zu diesem Zeitpunkt 44 Jahre alt. Er sagte mir dann in seinem gebrochenem Deutsch, dass er zwar jetzt schon seit einiger Zeit versucht hätte, einen Kerl für die Kiste zu finden, aber er war wohl allen zu alt gewesen. ??????????????

Er war sehr zärtlich, wir bliesen und leckten uns gegenseitig unsere Schwänze und ich fragte ihn, ob er auch küssen wolle. Er sagte mir dann, dass er alles lernen wolle, was es so an sexuellen oder erotischen Möglichkeiten zwischen Männern gab. Ich zeigte ihm dann auch so ziemlich alles, ich habe ihn auch gepoppt, aber die meiste Zeit der Nacht verbrachten wir doch eher mit Zärtlichkeiten. Er erzählte mir dann auch, dass seine Familie für 6 Wochen in Rußland sei. Am frühen Morgen verabschiedete er sich dann und sagte mir noch dass ich ein guter Lehrmeister gewesen sei. Ich sagte ihm dann noch, wir könnten uns ja in den nächsten Wochen noch mal treffen und das gelernte noch etwas vertiefen. Leider bekam ich zur Antwort dass der Urlaub seiner Frau in drei Tagen zu Ende wäre und es wohl nicht mehr klappen würde. Er wäre ja aber jetzt auch fürs erste mal ausreichend versorgt worden. Aus meiner damaligen Erfahrung wusste ich aber, dass dieses Gefühl höchstens 4 Wochen anhalten würde, danach würde er sicherlich wieder dieses Verlangen haben.

Am nächsten Tag rief er mich an und sagte mir dass ich unrecht hätte, keine 4 Wochen sondern jetzt schon hatte er diesen unhaltbaren Drang nach Sex mit einem Mann. Er kam also noch am selben Tag wieder vorbei und wir verbrachten wieder eine unvergessene Nacht. Ich bemerkte Tränen in seinen Augen und ersagte mir, wie gut ich es doch hätte, ich wohne alleine und könne jederzeit Sex mit Männern haben. Für ihn wäre Morgen, wenn seine Frau zurückkäme , wieder alles vorbei. Gleichzeitig aber genossen wir noch die letzten Stunden die uns verblieben.

Beim Abschied hatten wir dann beide Tränen in den Augen - wir hatten uns beide ineinander verliebt.

Von da an tauschten wir nahezu täglich E-Mails aus. Wir lebten unser Leben wie gewohnt weiter, ich berichtete ihm auch wenn ich Sex mit anderen hatte - Serge wollte das so, er sagte, er habe ja schließlich auch weiterhin Sex mit seiner Frau. Aber wir schmiedeten auch Pläne wie wir den nächsten Sommer gemeinsam verbringen würden, wenn seine Frau wieder für 6 Wochen nach Moskau reist.

 

Nach etwa 9 oder 10 Monaten brach dann unser Kontakt schlagartig ab. So viele Mails ich auch schrieb, ich bekam keine Antwort mehr von ihm.

Dann - am 12.Juli 2000 (das Datum weiß ich deswegen noch genau, weil ich ab Ende 1999 angefangen habe, eine Art Tagebuch zu schreiben), ein Anruf, Serge hatte seine Familie gerade am Flughafen abgesetzt und wollte mich jetzt besuchen. Noch am Telefon sagte ich ihm, dass ich abends aber ein Date mit Jo hatte, dass ich aber versuchen wollte, dieses Date noch abzusagen.

Serge kannte Jo aus meinen Erzählungen in unseren unzähligen E-Mails.

Jo besuchte mich jede Woche einmal, wir hatten eine einfache Sexbeziehung und obwohl ich Jo regelmäßig traf wusste ich sehr wenig von ihm. Ich versuchte Jo also abzusagen, aber ich erreichte ihn nicht. Jetzt hatte ich nur noch die Hoffnung, dass er mich vorher anrufen würde, wie er es ja meistens tat. Vorsorglich schrieb ich ihm auch noch eine E-Mail, in der ich meine Absage auch kurz begründete.

Serge kam also bei mir an, wir hatten uns natürlich viel zu erzählen. Dabei sagte er mir dann auch, dass seine Frau die E-Mails gelesen hatte, sie wusste also über uns bescheid. Gleichzeitig hatte Serge sich aber auch mit seiner Frau ausgesprochen. Um nicht dauernd an mich bzw. unsere Erlebnisse denken zu müssen, hatte er sich vollkommen seiner Arbeit gewidmet. Neben seinem Beruf als Schichtarbeiter hatte er noch einen Nebenjob und war dabei ein gekauftes Haus umzubauen.

Aber das war jetzt erstmal vergessen - wir hatten uns wieder.

Wir hatten nur unsere Oberkörper frei gemacht und waren uns am küssen, streicheln und liebkosen. Was waren wir froh dass wir uns jetzt wieder in den Armen liegen konnten.

Jo kam dann doch noch vorbei, wenn es nur nach mir gegangen wäre hätte ich ihn gleich wieder weggeschickt, aber Jo redete uns ein, doch einen Dreier zu machen. Serge war direkt begeistert davon, so etwas kannte er ja noch gar nicht. Ich hatte zwar schon einige Dreier hinter mir, auch mit Jo, aber lieber wäre es mir sicherlich gewesen Serge ganz für mich alleine zu haben.

Der Dreier war trotzdem eine geile Sache geworden und ich denke auch nicht, dass irgendeiner von uns zu kurz kam. Jo ist dann am späten Abend wieder weggefahren, aber Serge blieb wieder über Nacht.

Diesmal hatten wir sogar einige Stunden geschlafen. Es war ein wunderbares Gefühl mal wieder in seinen Armen einzuschlafen.

Am frühen Morgen ist er dann wieder gefahren und nach der Arbeit hat er gleich angerufen und wir trafen uns wieder.

Er sagte aber gleich, dass er diesmal nicht wieder über Nacht bleiben könne, er hätte am nächsten Tag Frühschicht und wolle vorher noch ein paar Stunden schlafen.

Wir hatten wieder den schönsten und zärtlichsten Sex den man sich so vorstellen kann und ich habe mich schon auf die nächsten Wochen gefreut. Doch beim Abschied sagte er in seinem gebrochenem Deutsch:

“Jonny, ich liebe dich sehr, die Stunden mit Dir waren das schönste was ich bisher in meinem ganzen Leben erlebt habe. Aber ich liebe auch meine Familie und insbesondere meine Kinder. Ich weiß nicht was in 10 Jahren aus mir wird, aber so lange die Kinder so klein sind, werde ich bei meiner Familie bleiben. Wir dürfen uns nicht mehr sehen und auch keinen anderen Kontakt miteinander haben. Ich wünsche Dir dass Du in Deinem Leben glücklich wirst , ich werde wohl jetzt noch mehr arbeiten, aber ich werde Dich nie vergessen.”

Danach habe ich nie wieder was von ihm gehört.

 

 

 

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